Ten Years after
… neue kulturelle Orte für Münster? •

Samstag, 29. Juni 2019 • 12.30 Uhr • im Vortragssaal vom LWL-Museum für Kunst und Kultur • Domplatz 10 • 48143 Münster •

Debatte über kulturelle Orte mit

Golo Berg, Generalmusikdirektor vom Theater Münster und Friedrun Vollmer, Direktorin der Westfälischen Schule für Musik für Initiative Musikcampus •
Hanno Höyng und Hans Gummersbach, Initiative Hörsterparkplatz, Zentrum für Bildung, Begegnung und Kultur am Bült •

Stefan Rethfeld, Schloss Platz Kultur  2020 •

Begrüßung und Moderation: Wilhelm Breitenbach und Rainer Bode, Debatte e.V •

Der Eintritt ist frei, Voranmeldungen werden schon entgegen genommen,  Sitzplatzreservierung wird empfohlen: info@debatte-muenster.de

Mehr als 10 Jahre ist es mittlerweile her, dass die Pläne zum Bau einer Musikhalle auf dem Schlossplatz krachend gescheitert sind. Kulturpolitische Gründe haben dabei nicht die entscheidende Rolle gespielt und der so eindeutig ausgegangene Bürgerentscheid war ganz bestimmt kein Votum gegen Kunst und Kultur. Mit ihrer Ablehnung haben die Münsteraner*innen in erster Linie die politische Arroganz und die fehlende finanzielle Kalkulierbarkeit der damaligen Planungen abgestraft.

Und heute?

Die kulturpolitische Debatte hat wieder an Fahrt aufgenommen – und sie wird breiter geführt als in der Vergangenheit. Und es geht nicht mehr um Luxus für die „oberen Zehntausend“. Es geht um die Frage, was sich eine Gesellschaft der Vielfalt an kulturellen Aktivitäten und kulturellen Institutionen leisten will und leisten kann.

Dass der Schwerpunkt der aktuellen Diskussion im Bereich Musik liegt, hat mit der Historie der Debatte und mit den aktuellen Akteuren und Initiativen zu tun. Und sicher auch damit, dass wichtige musikalische Institutionen in der Stadt gerade ihren hundertsten Geburtstag feiern – und zwar gleichzeitig und zusammen. Das städtische Sinfonieorchester ist gerade 100 Jahre alt geworden, die Westfälische Schule für Musik wurde 100 und auch die Musikhochschule feiert ihren 100. Geburtstag. Grund genug nach der Zukunft und nach den Perspektiven der „Musik“ in Münster zu fragen.
Allerdings hat die Zahl der Akteure und der kulturpolitischen Positionen zugenommen, die Diskussionslinien verlaufen heute anders als vor zehn Jahren. Neben der „Musik“ und den entsprechenden Institutionen werden auch (politische) Bildung, Begegnung und gesellschaftliches Engagement in den Blick genommen. Das lässt sich an den kulturpolitischen Initiativen ablesen:
Hier ein Musikcampus, der die „großen“ Musikinstitutionen der Stadt mit einem Kongresszentrum kombinieren will. Da ein Community-Center, das politische und gesellschaftliche Bildung (VHS) und städtische Musikinstitutionen (Musikschule, Konzerthalle) zusammenbringen will. Und dazwischen ein Konzept, das neue Kulturorte unterschiedlichster Art mit der städtebaulichen Entwicklung des Schlossareals verknüpfen will.

 Das ist der Hintergrund unserer Diskussion:

  • Welchen Bedarf gibt es in Münster an neuen kulturellen Orten?
  • Wer plant, wer organisiert, wer bezahlt die neuen Orte? Was ist an Kooperation möglich?
  • Welche Perspektiven ergeben sich für das städtische Sinfonieorchester, die Westfälischen Schule für Musik, die Musikhochschule?
  • Welche Rolle spielt die freie Szene in diesen kulturpolitischen Überlegungen?

 

GRÜNE: Musikalische Kooperation hat Vorrang vor Standortfragen

Münster 02.07.2019: Um neue kulturelle Orte in Münster – vor allem aber um einen Ort für Musik – ging es bei der Veranstaltung letzten Samstag von Debatte e.V. Dabei stellten Generalmusikdirektor Golo Berg und Friedrun Vollmer, die Leiterin der Westfälischen Schule für Musik, nicht nur die räumlichen Engpässe ihrer beider städtischen Einrichtungen, sondern auch die der Musikhochschule der WWU heraus. Sie wiesen deutlich auf die bisherigen Kooperationen hin, die sich ihrer Meinung durch ein engeres räumliches Zusammenrücken erweitern und vertiefen lassen. Sie trafen damit erstmals öffentlich auf Vertreter zweier weiterer Kulturkonzepte für die Innenstadt: Hans Gummersbach und Heiko Winkler setzen sich für ein Community Center am Hörster Platz mit Konzertsaal und Räumen für die VHS ein und Stefan Rethfeld von der Schlossplatzinitiative will mit der Musik das Schlossplatzareal aufwerten.

„Wir begrüßen es sehr, dass die Debatte öffentlich geführt und das Gutachten zum Musikcampus in dieser Woche der Presse vorgestellt wird“, meint die kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN Petra Dieckmann. Die GRÜNE Ratsfraktion hat sich schon mehrere Wochen vor der Debatte darauf geeinigt, dass das Zusammenrücken der drei Institutionen Musikschule, Musikhochschule und Sinfonieorchester Vorrang vor Standortfragen haben soll. „Das hundertjährige Jubiläum zeigt, wieviel Potenzial die Musik in Münster hat. Wir sollten nicht nur aus finanziellen Gründen die Möglichkeit einer Kooperation mit der Universität nutzen“, ist sich Dieckmann mit ihrer Fraktion einig. „Jetzt besteht die Chance für einen bundesweit einmaligen Ort des Musiklebens. Dabei müssen die Stadtteilmusikschulen, die freie Musik-Szene und eine breite Palette musikalischer Stilrichtungen Platz finden.“ Erst wenn Fragen des Raumbedarfs, der Finanzierung und des Betreiberkonzepts geklärt sind, soll es nach Ansicht der GRÜNEN um den Standort gehen. Auch an der Hittorfstraße ließe sich nach Meinung der GRÜNEN ein städtebaulicher Akzent setzen, und ein Verkehrskonzept könnte auch die Universität mehr ins Zentrum der Stadt rücken. Dass der Hörster Platz und das Schlossareal als öffentliche und kulturelle Orte aufgewertet werden, ist unabhängig von der Entscheidung über die Verortung der Musik auch den GRÜNEN ein Anliegen.

Hintergrundmaterial und Zeitungsartikel zu den jeweiligen Konzepten:

Zu allen Projekten

Drei Konzepte – drei Standorte: Münster – Musikcampus – Schlossplatzinitiative – Kultur- und Bildungsforum auf dem Parkplatz Hörsterstraße: Was ist was? Wer will was? Hier ein Überblick zur aktuellen Debatte. Von Klaus Baumeister

https://www.wn.de/Startseite/Startseite-Schattenressort/3822449-Die-aktuelle-Konzerthallen-Debatte-im-Ueberblick-Drei-Konzepte-drei-Standorte

Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters Münster e.V. – Vorstand: Dr. Heiko Winkler: November 2017 mit 10 Thesen zur Konzerthaus-Debatte in Münster

http://www.freunde-sinfonieorchester-muenster.de/wp-content/uploads/2018/05/20180501-FuF_10-Thesen_Positionspapier.pdf

Wo spielt die Musik? Titelthema in MU #7

https://medium.com/münster-urban/wo-spielt-die-musik-8032df4d7016

Ein Beitrag von Benedikt Stampa über „Konzerthäuser in Deutschland“:

http://www.miz.org/static_de/themenportale/einfuehrungstexte_pdf/03_KonzerteMusiktheater/stampa.pdf

Konzert braucht Konzept: Interview mit Benedikt Stampa in MU #6

http://debatte-muenster.de/wp-content/uploads/2019/06/17_08_26_MU6_Stadtkultur_Stampa_LT01.pdf

WN: https://www.wn.de/Startseite/Startseite-Schattenressort/3851131-Hitzige-Debatte-um-Musik-Campus-Versemmelt-es-nicht-noch-einmal !

Bürgernetzwerk stadt40 aus Münster: https://m2.stadt40.de/article/1677

 

1) Musikcampus

Kultur- und Musikzentrum für Münster: Musik-Campus hat die besten Karten

https://www.wn.de/Startseite/Startseite-Schattenressort/3821838-Kultur-und-Musikzentrum-fuer-Muenster-Musik-Campus-hat-die-besten-Karten

Musikcampus-Standort in der Diskussion – „Wir haben nur einen Schuss frei“

https://www.wn.de/Startseite/Startseite-Schattenressort/3799098-Musikcampus-Standort-in-der-Diskussion-Wir-haben-nur-einen-Schuss-frei

 

2) Schloss Platz Kultur 2020

Für eine ergebnisoffene Diskussion zur Stadtentwicklung Münsters

https://schlossplatzkultur.de/

Bericht über Schloss Platz Kultur 2020 in MU #7

3) Initiative Hörster Parkplatz, Zentrum für Bildung, Begegnung und Kultur am Bült

Hans Gummersbach: Thesen zur Weiterbildung, hier „Community Center“

28.5.19-Aktuell-Thesen-zur-Weiterbildung-in-Muenster.pdf

Bernhard Tuchmann: Fachlichen Stellungnahme zu den Standorten, verfasst Ende 2017:

https://www.kbf.ms/wp-content/uploads/2017/11/171126_kbf_stellungnahme_tuchmann.pdf

Neue Überlegungen zur Zukunft der VolkshochschuleHörsterplatz wieder im Topf

https://www.wn.de/Startseite/Startseite-Schattenressort/3581496-Neue-Ueberlegungen-zur-Zukunft-der-Volkshochschule-Hoersterplatz-wieder-im-Topf

Wie hoch hinaus will Münster? Bericht über die Pläne für den Hörsterparkplatz in MU #7

 

debatte e.V.:
Dem Verein geht es um die grundsätzliche Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung und hält bewusst Distanz zum tagespolitischen Geschäft. Wir wollen Überlegungen und Diskussionen in Gang setzen, auch wenn diese unbequem und unpopulär sind. Wir wollen uns auch den Problemen offen nähern, wo bislang Funkstille und Unsicherheit herrscht. Wie diese Debatten auch Politik tauglich gemacht werden oder diese aussehen kann und soll, wollen wir in Münster mit interessierten BürgerInnen diskutieren.
Mehr unter http://www.debatte-muenster.de

Heinrich Böll Stiftung NRW:
Die Heinrich-Böll-Stiftung steht der Partei Bündnis 90/ Die Grünen nahe und arbeitet in rechtlicher Selbständigkeit und geistiger Offenheit. Die Landesstiftungen innerhalb der Heinrich-Böll-Stiftung sind die Träger der regionalen politischen Bildungsarbeit.
Mehr unter http://www.boell-nrw.de

Samstag, 29. Juni 2019 – Ten Years after … neue kulturelle Orte für Münster?

11 Gedanken zu „Samstag, 29. Juni 2019 – Ten Years after … neue kulturelle Orte für Münster?

  • Juli 2, 2019 um 00:41
    Permalink

    Liebe KollegInnen und FreundInnen,
    dann wollen wir mal eine weitere Debatte starten über das Thema „Welche Kulturorte braucht Münster“. Das wird hier moderiert und die Beiträge dann jeweils freigeschaltet. Beleidigungen und Hasskommentare haben keine Chance.
    Rainer Bode

    Antworten
  • Juli 2, 2019 um 12:07
    Permalink

    Liebe Leute von Debatte e.V. , um einen Bürger*innen—Dialog bei diesem wichtigen, auf der inhaltlichen Ebene komplexen und bei den Protagonisten zerstrittenen Thema weiter zu forcieren, sollte man bei einer weiteren Diskussionsrunde über ein anderes Veranstaltungsformat nachdenken. Ich denke an Formate, wo sich die Teilnehmer*innen unmittelbarer und direkter einbringen können, als bei einer Podiumsdiskussion. Da gibt es ja verschiedene Modelle, wie z.B. eine Zukunftskonferenz.
    Gert Uetz

    Antworten
  • Juli 4, 2019 um 00:26
    Permalink

    Lieber Herr Bode,

    am meisten überzeugt haben mich in einer inhaltlich doch ziemlich schwachen Veranstaltung die Ausführungen von Herrn Gummersbach für das Projekt „urbaner Hotspot für Kultur und Bildung“. Diese Zustimmung bezieht sich auf das Konzept, das Herr Gummersbach anschaulich mit einem parallelen Projekt in Norwich (England) skizziert hat. Nicht überzeugt mich der Name (Hotspot) und vor allem nicht der Ort (Hörster Parkplatz). Da die Innenstadt immer weniger originelle Geschäfte aufweist und bald vollständig von Bekleidungsgeschäften erdrückt sein dürfte, muss man sich natürlich Gedanken über eine lebendige Innenstadt machen. Der „Urbane Treffpunkt für Kultur und Bildung“ sollte meines Erachtens aber die Möglichkeiten nutzen, die sich der Stadt durch Kanal und Hafen bieten. Diese – noch einigermaßen innenstadtnahe – „Wasserlandschaft“ ist für die Stadt Münster und das entsprechende Einzugsgebiet eine einmalige Chance.

    Was in der Veranstaltung am 29.06.2019 überhaupt nicht deutlich wurde, ist Folgendes: Warum sollen die Musikhochschule und die Musikschule in das Konzept eingebunden werden? Dies müsste jedenfalls herausgearbeitet werden. Die Musikschule hat ihre eigenen Aufgaben, bei denen insbesondere auch die Interessen der umliegenden Stadtbezirke berücksichtigt werden müssen – worauf zu Recht der Leiter der Musikschule Albachten hinwies. Es leben wohl die wenigsten Kinder und übrigen Schüler in der Innenstadt.
    Auch die Musikhochschule hat ihre eigenen Aufgaben und Probleme. Noch kürzlich berichtete die Süddeutsche Zeitung davon, dass deutsche Musikhochschulen viel zu viele Sänger ausbilden würden. Es sollte nicht der Gedanke aufkommen, dass der Theaterbetrieb „billige“ Arbeitskräfte von der Hochschule abschöpfen möchte.

    Sicherlich wäre es „nett“, wenn sich Musikschulschüler und Orchestermusiker zwanglos treffen könnten. Das kann aber nicht von den wahren Problemen ablenken: Für Konzert und Musiktheater geht es vor allem darum, davon wegzukommen, „tote Musik für halbtotes Publikum“ zu machen – ein Problem, das nicht nur in Münster besteht.

    Herr Gummersbach hat darauf hingewiesen, dass das Ergebnis der Suche nach „neuen kulturellen Orten für Münster“ nicht auf eine Elitenförderung hinauslaufen solle. Natürlich muss man sich darüber Gedanken machen, sodass der heftige persönliche Angriff des Generalmusikdirektors („ich bin empört …!“) – gegen seinen Kollegen auf dem Podium – sehr unangebracht war.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dietrich Manstetten
    Gegen eine Veröffentlichung mit oder ohne Namen habe ich keine Einwendungen.

    Antworten
  • Juli 4, 2019 um 00:29
    Permalink

    „Sehr geehrter Herr Bode,
    das Bürgernetzwerk stadt40 aus Münster hat vertreten durch Herrn Adolf Münstermann mit Interesse an der Veranstaltung „Ten Years after … neue kulturelle Orte für Münster?“ teilgenommen.
    Gerne können Sie unseren Artikel dazu veröffentlichen. Schauen Sie hierzu unter:
    https://m2.stadt40.de/article/1677
    Wir sollten im Kontakt bleiben…
    Beste Grüße,
    Suzanne von Bartenwerffer (Redaktion stadt40- DAS BÜRGERNETZWERK).“

    Antworten
  • Juli 4, 2019 um 00:31
    Permalink

    „Lieber Herr Bode, einem der Teilnehmer habe ich heute geschrieben:
    „Aber gestatten Sie mir eine Bemerkung zu der Samstag-Veranstaltung im Landesmuseum. Leider, leider war die Animosität zwischen den einzeln Parteien sehr zu spüren – und ich habe mich gefragt, ob das Projekt Konzerthaus (und das sollte es ja in erster Linie sein!) so ohne Friedensschluß zwischen den Protagonisten zum Erfolg kommen kann. Ich bin bedrückt nach Hause gefahren. Ob ein Neubeginn möglich ist?“
    Es wurden in Wirklichkeit keine Konzepte vorgestellt, denn das hätte bedeutet
    · Den Bedarf an Räumen, Spielmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven für einzelne Sparten zumindest grob aufzuzeigen
    · Die Vor- und Nachteile der Strandorte nüchtern zu bewerten
    · Die Realisierungsmöglichkeiten von Bauten (Zeithorizont, Finanzierbarkeit und Verantwortliche Träger (mit Vor-und Nachteilen) zumindest grob aufzuzeigen. Wir sehen doch an genug Großprojekten, daß Vieles vorher gar nicht bedacht wird und die Bürokratie ein Riesen-Hemmnis sein kann. Und heute verläßliche Bau-Unternehmen zu erhalten, ist doch ein besonderes Meisterwerk.
    · Gibt es irgendwelche Ideen, wie die Folgekosten verschiedener Alternativen sind? Es wird so getan, als ob das alles kein Problem ist. Gibt es auch eine Verträglichkeitsprüfung der Beteiligten?
    · Vor wenigen Tagen hatte ich einem der Protagonisten geschrieben: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.“ Entertainment der gewöhnlichen Art haben wir genug in Münster, die Straßen sind voll davon. Aber klasse?
    Heute Morgen (30.6.) habe ich Klasse erlebt. Im Foyer des Theaters haben 7 junge Orchestermitglieder ihr Können in eine Matinée präsentiert: Querflöte, Tuba, Harfe, Baßgeige etc. Das war enorm beeindruckend. Solche Musikerlebnisse (und Talente) müssen wir fördern – Entertainment weniger.
    Und müssen große Kongresse mit einem Konzertsaal kombinierbar sein?
    Mit besten Grüßen
    Nikolaus Uleer

    P.S. Meine Meinung muß kein Geheimnis bleiben

    Antworten
  • Juli 4, 2019 um 00:31
    Permalink

    „Gut, dass es die Debatte gestern gab, und wie sie geleitet wurde.
    Für den Campus wurde ausschließlich mit nachvollziehbaren Synergie-Argumenten plädiert, für das Schlossareal mit einer verständlichen städtebaulichen Gestaltungsidee, für den Hörsterplatz eher um Interessen zentrumsnaher Anrainer herumgeredet.
    Da Münster keine sehr große Stadt ist, scheint mir die Standortfrage sekundär. Dass Münster aber als wohlhabende Universitätsstadt mit auch ansonsten hohem Akademikeranteil weder über einen vernünftigen Konzert- noch Kammermusiksaal verfügt, ist einfach bedauerlich.
    Möge dieser Versuch nun gelingen!
    Die Musikhochschule und die Musikschule brauchen dringend genügend und schallgedämmte Räume.
    Michael Lippert, Pianist und Klavierlehrer an der WSfM“

    Antworten
  • Juli 5, 2019 um 13:39
    Permalink

    Gern möchte ich auf diesem Wege meinen Leserbrief vom 1.7.19 einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen; die WN haben ihn bis heue nicht abgedruckt.

    Leserbrief zum Artikel von Johannes Loy zur Debatte „Neue kulturelle Orte“ vom 1.7. 19

    Ihr Artikel „Hitzige Debatte um ein Musik-Campus“ vom 1.7.2019 zeugt erneut von einer deutlichen Parteinahme der WN für eine, in der breiten Bevölkerung der Stadt umstrittene Idee eines Musik-Campus an der Hittorf-Straße. In Ihrer Berichterstattung ist deshalb wohl auch kein erläuterndes Wort über den Inhalt der vorgestellten kultur-und bildungspolitischen Alternative eines Musik-, Bildungs- und Begegnungszentrums in der Mitte der Stadt zu lesen. Ein inhaltliches Konzept, das erheblich mehr Bürgerinnen und Bürgern Nutzen bringen würde, als lediglich der Zielgruppe der Musiker und Musikliebhaber. Auch der zur Veranstaltung ausgelegte Flyer der „Initiative Hörster Parkplatz“ zu einem Kultur und Bildungsforum, erläuterte punktgenau die Inhalte eines zentralen, kulturellen Treffpunktes – auch für hochkarätige Musik- im Dreiklang mit dem benachbarten Stadttheater, der Stadtbücherei und dem Stadtmuseum im urbanen Herzen der Stadt und in direkter Verbindung von Innenstadt und Martiniviertel. Das wären vielfache Sachargumente, deren Darstellung die Bürger der Stadt und die Abonnenten Ihrer Zeitung in einer sachlichen und vor allem ausgewogenen Berichterstattung über kommunalpolitische Entscheidungen eigentlich erwarten dürfen. Und diese Argumente haben nun wirklich gar nichts mit „Privat- und Parteiinteressen“ zu tun.

    Volker Hiersemann
    Münster, 1.7.2019

    Antworten
  • Juli 8, 2019 um 10:58
    Permalink

    „Ich fand die Samstags-Diskussion für einen Überblick über die drei Konzepte sehr gut. Manches wurde etwas langatmig ausgeführt, da könnte eine kleine Zeitbegrenzung hilfreich sein. Herr Rethfeld hat viele bauliche und planerische Entwicklungen bis hin zur zukünftigen Entwicklung und Vorstellung des nächsten Gutachtens personell, zeitlich und architektonisch eingeordnet. Er war der Städtebau-Experte, der viel Hintergrundinfo nicht nur zum Entwurf des Schlossplatzes gab. Die Positionierung der Diskutanten war eindeutig, auch in ihrer behaupteten „Schärfe“.

    Der Moderator wirkte eher wie ein Ballzuspieler und war ausgleichend. Dass sich Diskutanten direkt angingen und nicht vom Moderator geleitet, zeigte, dass es fachlich „wunde Punkte“ in der Diskussion gibt. Ein Faktencheck würde Klarheit bringen. Viele fachliche Expertinnen und Experten saßen im Publikum. Kann man diese vielleicht mit einem „Zwischenruf“ aus dem Publikum drannehmen? Das müsste der Moderator im Blick haben, dies ist natürlich nicht einfach.
    Ein „Blick von oben“ auf die Tagungs- und Kulturangebote der Region könnte ggf. ergänzt werden.
    Die schriftliche Verteilung des Statements von Herrn Tuchmann (von 2017) im Anschluss an die Veranstaltung brachte noch Hinweise zur Rolle und Stellung der Gastspielhäuser und –orchester in Deutschland und bereits erstellte Gutachten.
    Vielen Dank für den unkonventionellen Termin und zentralen Ort an die Veranstalter.“
    Willi

    Antworten
  • Juli 10, 2019 um 22:38
    Permalink

    Kommentar zur Veranstaltung am 29.06,2019 im Landesmuseum „Ten Years after…neue kulturelle Orte für Münster“
    Als Teilnehmerin der Veranstaltung möchte ich folgende Anmerkungen machen.
    Ich war sehr erstaunt, dass unser GMD und die Leiterin der Musikschule offen Partei für einen bestimmten Standort ergriffen, den Vertretern der anderen Standorte das Recht aber quasi absprachen. Durch die unverhältnismäßig scharfe Antwort des GMD auf die zugegebenermaßen überspitzten Äußerungen des Leiters der VHS kam ein unguterTon in die Veranstaltung.
    Dank an die Gesprächsleitung, die die Situation meisterte!
    Ich wundere mich, dass der GMD sich in der Weise an der Diskussion beteiligt. Ihm sollte doch die Qualität eines Konzertsaals das Wichtigste sein, ganz egal an welchem der bisher 3 Orte. Wir haben durch Aussagen von Herrn Prof. Ohnesorg – Leiter des Klavierfestivals Ruhr mit Erfahrungen als Manager der Carnegie-Hall in NY und der Kölner Philharmonie – und von Frau Ministerin Pfeiffer-Poensgen sehr kritische bis ablehnende Beurteilungen einer Kombination von Kongress- und Konzertsaal gehört. Es wundert mich, dass den GMD diese Bedenken nicht zu beschäftigen scheinen.

    Gibt es bereits eine solche Kombination in Deutschland?

    In den letzten Tagen lese ich in den WN verstärkt von einem Musikcampus, fast, als sei über den Ort bereits entschieden. Nun soll es noch eine Broschüre geben. Die Bezeichnung deutet klar auf ein universitäres Umfeld hin und passt natürlich sehr gut zur Musikhochschule. Für einen Konzertsaal wünschte ich mir allerdings einen anderen Namen. In meinem Umfeld kenne ich niemanden, der die Ecke Hittorfstarße /Einsteinstraße mit der Nachbarschaft der naturwissenschaftlichen Institute, der Nato-Kaserne und des alten jüdischen Friedhofs einladend für das Projekt findet.

    Aber wie auch immer eine Entscheidung ausfallen wird.: sie sollte Münster als Musikstadt nach langem Warten mit einem Konzertsaal höchster akkustischer Qualität bereichern.

    Ich bin Mitglied bei den Orchesterfreunden und war es vorher im Verein Musikhalle. Wir als Mitglieder unterstützen das Symphonieorchester jährlich mit einer ansehnlichen Summe und tragen damit ganz wesentlich zur Qualität der Aufführungen bei. Darf man da nicht erwarten, dass auch unsere Vorstellungen angemessen und transparent bei der Planung des Großprojektes diskutiert werden?

    Ingrid Biederlack
    10.07.2019

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.